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SVNR und Bildungsevidenz


Die Datensammelwut der Behörden und die Sozialversicherungsnummer (SVNR)

Daten lassen sich am besten mit Personen verknüpfen, wenn sie mit einer individuellen, sich nie ändernden Markierung versehen werden. Der Vor- und Familienname fällt aus diversen Gründen schon einmal weg: Namen können mehrfach vorkommen, Familiennamen ändern sich durch Heirat oder Umnennung.

Eine ideale Kennzeichnung ist die Sozialversicherungsnummer. Sie wird an jeden Bürger bei der Geburt vergegeben, ist einzigartig und bleibt sein ganzes Leben lang gleich. Was wäre als Kennnummer für eine staatliche Datensammlung geeigneter als die SVNR?

Und schon 2003 ging es damit los: für das "Bildungsregister", eine EU-Statistik, werden Daten aller Schüler erhoben und mit deren SVNR verknüpft. Die Art der Erhebung dieser Daten ist den EU-Mitgliedsstaaten zwar freigestellt, in Österreich werden aber in vorauseilendem Gehorsam (und im Hinblick auf eine spätere Verwendung) mehr Daten erfasst, als notwendig. Darüberhinaus erfolgt eine Speicherung für die Dauer von über 60 Jahren.

Welche Daten werden gespeichert?

Über 100 Datenfelder werden zu jedem Kind gespeichert:

  1. Schultyp, Akademie, Universität
  2. Noten
  3. Prüfungsdaten
  4. Anzahl der Wiederholungsprüfungen
  5. Wiederholungen von Schulstufen
  6. versäumte Prüfungstermine
  7. Sozialversicherungsnummer
  8. verwendete Alltagssprache
  9. Teilnahme an Religionsunterricht
  10. Teilnahme am zweisprachigen Unterricht
  11. Anspruchnahme von Schulbuch und Schülerfreifahrt
  12. zusätzlicher Förderunterricht
  13. Schulbesuchsende aus disziplinären Gründen
  14. schulische Nachmittagsbetreuung
  15. Art und Dauer von Schulveranstaltungen
Dies sind also Daten mit Gesundheitlichem Bezug (aus der Verknüpfung mit der SVNR), ethnischem Bezug (aus der Alltagssprache, bzw. zweisprachigem Unterricht) und religiösem Bezug (Religionsunterricht)
Diese Datensätze können bis zu 60 Jahre nach dem letzten Eintrag gespeichert und abrufbereit gehalten werden.

Leicht vorzustellen, wie diese sensiblen Informationen mißbraucht werden können.

Zwar versuchen unsere Datensammler, ihre Sammelwut zu rechtfertigen:
"Es werden keine Namen gespeichert". Wozu auch, Namen können sich ja ändern, die SVNR ändert sich nie!

Viele Datenschützer halten dieses Vorgehen für rechts- und verfassungswidrig. Es wird empfohlen, die Bekanntgabe der Sozialversicherungsnummer zu verweigern, soweit nicht medizinische Notwendigkeit besteht. Für Bildungsangelegenheiten ist sie nicht gedacht.
Wenn also bei der Einschulung eines Kindes dessen SVNR verlangt wird, kann die Bekanntgabe beeinsprucht werden.
Auch nachträglich, nach erfolgter Bekanntgabe, kann die Löschung der SVNR aus dem Bildungsregister beantragt werden.
Die Schule wird in beiden Fällen eine ersatzweise SVNR verwenden, die aber dann keine Verknüpfung zum Schüler mehr ermöglicht. Das sollte für die Statistiken ausreichen.

Es ist übrigens durch die Verweigerung in Österreich noch nie eine Verwaltungsstrafe (die theoretisch möglich wäre) verhängt worden.

Rechtliche Beratung, sowie Musterbriefe bietet übrigens die ARGE DATEN.

Wer nicht den Weg der Verweigerung gehen möchte, aber die Daten seines Kindes trotzdem schützen will, kann immernoch eine oder zwei Ziffern vertauschen oder verändern. Damit die Prüfziffer trotzdem passt, stellt quintessenz einen SVNR-Doktor zur Verfügung. Dieser Onlineservice produziert gültige Nummern...



Der gläserne Mensch
info@dergläsernemensch.de